|
Projektinfo
»Die Süße unserer traurigen Kindheit« ist ein Musiktheater von Hans Tutschku für Sängerinnen, Tänzer, Instrumentalsolisten, Live-Elektronik und Video-Projektionen nach Gedichten und Briefen von Georg Trakl. Das Stück wurde am 21.10.2005 am Forum Neues Musiktheater Stuttgart uraufgeführt. |
Live-Video-Processing
Katrin Jedon (2av) übernahm die Live-Videoprocessing Assistenz für den New Yorker Videokünstler Mark Coniglio. Das Live-Video-Processing steuert das Videobühnenbild in Echtzeit, verändert es durch Impulse der Sänger und Musiker.Über das Stück
"Die süße unserer traurigen Kindheit" ist ein Musiktheaterprojekt, das sich mit vielschichtigen musikalischen, szenischen und visuellen Mitteln an Texte und Briefe von Georg Trakl, wohl einem der prägenden Figuren des literarischen Expressionismus annähert. Seine Gedichte sind seit vielen Jahren Ausgangspunkt für kammermusikalische und elektroakustische Kompositionen Hans Tutschkus. In diesem Stück kombiniert er seine musikalischen Textausdeutungen mit einem ungewöhnlichen Bühnenraum, fünf Instrumentalsolisten, zwei Sängerinnen, einem Tänzer und Videoprojektion. Die Zuschauer werden dabei in den Aufführungsraum integriert und die Grenzlinien zwischen Akteuren und Betrachtern in Frage gestellt. Das Regiekonzept von Françoise Rivalland wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten erarbeitet und unterstreicht ihren gemeinsamen Ausgangspunkt - dass es keine eindeutige Interpretation der Gedichte geben kann. Das Projekt versucht, eine kleine Auswahl von Gedichten und Briefausschnitten von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Die verwendeten Texte kreisen in mehrfacher Hinsicht um das Thema Kindheit: zum einen Gedichte und Brieffragmente, die direkt mit Trakls Biografie, seiner Jugend, mit der starken Beziehung zu seiner Schwester zu tun haben und zum anderen Texte, die den Komponisten an seine eigene Kindheit erinnern. Das Bühnenbild besteht zum Teil aus Naturmaterialien, die der Bildwelt Trakls entlehnt sind - dieser Bildwelt der Natur mit ihren sonderbaren Farben und Stimmungen. Wasser, Steine, Blätter und Zweige werden als visuelles Element, aber auch klanglich eingesetzt und finden sich schließlich auch in den Videoprojektionen wieder. Ein ungewöhnliches und bewegendes Musiktheater um das Nachsinnen über die Zerbrechlichkeit von Nähe.
Über das Forum Neues Musiktheater
Das Forum Neues Musiktheater der Staatsoper Stuttgart wurde 2003 gegründet. In seiner Zeit bis zur Schließung 2006 hat es sich als ein Laboratorium zur Erforschung und Entwicklung des Verhältnisses zwischen Musik und Szene etabliert. Im Mittelpunkt stand dabei der Einsatz neuer Medien und Technologien auf der Bühne.
Beteiligte
Komposition, Konzept, Videoaufnahmen: Hans Tutschku
Regie: Françoise Rivalland
Dramaturgie Assistenz: Peter C. von Salis Live-Elektronik-Design: Carl Faia Live-Video-Processing: Mark Coniglio Live-Video Assistenz: Katrin Jedon (2av) Musikalische Leitung: Alexander G. Adiarte Sängerinnen: Sarah Maria Sun, Anne-May Krüger, Sopran Tänzer: Hans-Georg Lenhart Sprechstimme: Peter Rauch Musiker: Ensemble Ascolta; Erik Borgir (Cello), Florian Hoelscher (Klavier), Martin Homann (Schlagzeug), Zoltán Kovács (Klarinette), Natasa Maric (Flöte) Veranstalter: Forum Neues Musiktheater Künstlerischer Leiter FNM: Andreas Breitscheid |